Alarmierender Bericht zeigt die katastrophalen Bedingungen von ErzieherInnen

Am 04.04. berichtete die Sächsische Zeitung in ihrem Artikel „Stress bringt Dresdner Erzieherinnen ans Limit“ über eine neue Studie zu den Arbeitsbedingungen an Dresdner Kitas. (Der Artikel kann in der Papierversion vom 04.04. nachgelesen werden. Online versteckt er sich leider hinter einem Paywall)

Zu wenig Pädagogen und Pädagoginnen für zu viele Kinder

Sabine Wesener hat in ihrer Doktorarbeit 150 ErzieherInnen nach ihren Arbeitsbedingungen befragt. Dabei ist die Forscherin selber Geschäftsführerin des Trägers Unternehmen Kultur, welcher 4 Kitas in Dresden hat.
Und die Ergebnisse ihrer Studie zeigen genau das, was wir wir schon lange fordern: Es braucht mehr PädagogInnen an unseren Kitas.

Ein Viertel aller ErzieherInnen gibt an, die Fülle ihrer Aufgaben nicht bewältigen zu können. Über ein Drittel meint, dass immer irgendetwas „hinten runter“ fällt.
Noch bedenklicher ist die Aussage, dass fast die Hälfte aller Befragten MitarbeiterInnen angeben, „dass sie die Situation belastet, weil sie die Kinder nicht optimal fördern können.“ (SZ)

Kaum Pausen und Arbeit, die mit nach Hause genommen wird

Oftmals ist es den Fachkräften auch nicht möglich, ihre halbe Stunde Pause einzulegen – das wird um so schwieriger, umso kleiner die Einrichtung ist.
Aufgrund der nicht zur Verfügung stehenden Vor- und Nachbereitungszeit, nehmen die PädagogInnen dann oft auch noch Arbeit mit nach Hause. Projekte vorbreiten, Berichte schreiben, Portfolios anlegen – alles, wofür in der Kita keine Zeit ist, wird gerne abends am verdienten Feierabend erledigt.

Zeit, die eigentlich für Erhohlung da ist, fällt dadurch weg. Das bedeutet Stress und fördert den Krankenstand.

Warum sind die Arbeitsbedingungen so schlecht?

Schuld daran ist ganz klar der sächsische Betreuungsschlüssel, seine Berechnung und die fehlende Vor- und Nachbereitungszeit.
Auch trotz der Mini-Verbesserung des Betreuungsschlüssels, ist er in Sachsen immernoch schlecht. Verschärft wird der schlechte Betreuungsschlüssel noch durch seine fehlerhafte Berechnung. Denn weder Krankheit noch Fort- und Weiterbildung sind in diesen Betreuungschlüssel mit einbezogen. Das heißt, es gibt absolut keine personellen Puffer, wenn jemand Krank wird oder eine Fortbildung macht. Die anderen haben dann die erhöhte Arbeitslast zu tragen, was natürlich zu mehr Stress und einer schlechteren Betreuungsqualität führt. Und das führt wiederum zu einem höheren Krankenstand. Ein Teufelskreis.

Lob an die Wertschätzung der Eltern

Positiv heben die Fachkräfte die Wertschätzung der Eltern für ihre Arbeit hervor, während sie sich allgemein von der Politik und der Gesellschaft wenig anerkannt fühlen.

Auch wir können hier nur nochmal unsere Wertschätzung für die Arbeit der vielen vielen engagierten PädagogInnen aussprechen. Die meisten versuchen unter den gegebenen Rahmenbedingungen wirklich das Beste für unsere Kinder herauszuholen.

Was wünschen sich ErzieherInnen und Eltern

Die Pädagogen und Pädagogen wünschen sich für ihre Arbeit das Selbe, was auch wir Eltern schon lange Fordern: einen besseren Betreuungsschlüssel. Sie wollen kleinere Gruppen und mehr Kolleginnen sowie endlich Zeit für Vor- und Nachbereitung.
Erst wenn diese Rahmenbedingungen geschaffen werden, kann eine wirklich gute Betreuung unserer Kinder gewährleistet werden. Denn auch wenn die ErzieherInnen unter den gegebenen Bedingungen (noch) eine gute Arbeit machen – auf Dauer wird das nicht gut gehen. Irgendwann ist bei auch bei Ihnen das Limit erreicht. Was dann passiert, haben wir erst wieder bei der letzten Grippe-Zeit erfahren dürfen: Eltern werden gebeten ihre Kinder zu Hause zu lassen oder Kitas müssen gleich ganz schließen.

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